Investieren in Gold: das sollte man wissen!

goldbarren

In den letzten Jahren werden verstärkt Anlagen in Edelmetalle (Gold, Silber, Platin usw.) beworben und verkauft. Angesichts einiger Krisen (Krieg, Terror, Immobilien-, Finanz-, Währungskrise) scheinen einige Anlagemöglichkeiten „rettendes Ufer“ zu sein.

 

Soweit erstmal nicht schlimm und Edelmetallverkäufer/-innen haben in einigen Punkten Recht:

  • Edelmetalle sind Sachwerte
  • Edelmetalle sind krisensicherer und inflationssicherer als so manch andere Anlageform
  • Edelmetalle werden seit Tausenden Jahren von der Menschheit benutzt (Schmuck, Münzen, Industrie usw.) und es wird wohl auch so bleiben

Ins Kalkül ziehen und berücksichtigen sollte man aber auch immer bitte folgende Punkte:

1.  Edelmetalle an sich schaffen keine neuen Werte

„Gold kriegt keine Kinder“. Wer heute 100g Gold kauft hat in einem Jahr immer noch wie viel Gramm Gold? Idealerweise kann Geld z.B. in eigenes Wohneigentum investiert werden oder aber es MUSS dorthin, wo neue Werte (Güter und Dienstleistungen) geschaffen werden. Diese Wertschöpfung findet ausschließlich (!) in der Wirtschaft statt. In einer ruhigen Minute kann man sich ja vielleicht mal Gedanken machen, was das Wort MEHRWERT-Steuer eigentlich für eine Ursache/Bedeutung hat…

2.  „Ich investiere in Gold, weil ich keine Lust auf Spekulation habe“

Gute Idee soweit, Edelmetallpreise unterliegen ebenfalls Kursschwankungen, das tun Aktienkurse aber auch. Das ist oft der Grund warum Aktien nicht gewählt wurden…. Also nicht ganz logisch…

3.  Vermögenssicherung oder Vermögensaufbau

Ist Vermögen vorhanden  sollte es gesichert werden. Hier sind z.B. Edelmetalle eine denkbare Option, sofern Punkt 4 auch beachtet wird.

Je nach Alter und persönlichen Lebensumständen stellt sich zuerst die Frage, ob bereits ausreichend Vermögen vorhanden ist und gesichert werden muss. Erfahrungsgemäß sind viele Gesprächspartner aktuell noch mit der Aufbauphase „beschäftigt“.

Erst Vermögen aufbauen, dann Vermögen sichern!

4.  Nicht alles „auf ein Pferd setzen“

Um bestehendes Vermögen und Werte bei Krisen und vor Inflation zu schützen kann und sollte man Edelmetalle sicherlich beimischen. 100 % seines Vermögens ist Edelmetalle zu investieren wird in der Praxis (leider) oft vorgeschlagen, 100% sind aber ausdrücklich keine Beimischung oder Streuung!!

5.  Echte Nachfrage vs. „Neue Blase“

Geht es um Kurse, Preise & Co. spielen Angebot und Nachfrage eine Rolle. Eine echte, wahre und anhaltende Nachfrage z.B. nach Gold ist die für die Herstellung von Schmuck, in der Industrie (Computer, Smartphone usw.) und auch Herstellung von Münzen. Das Goldvorkommen der Welt hingegen ist begrenzt. Das ist der erste Teil eventueller Goldpreissteigerungen.

Andererseits gibt es den Teil Investieren in Gold und die damit verbundene Nachfrage nach z.B. Anlegermünzen, kleinen Goldbarren usw. Und diesen Teil muss man auch kritisch betrachten: Beim Krisenbeginn gibt es „frühe“ oder dauernde Investitionen in Gold, z.B. durch Großanleger und Staaten. Irgendwann wird dann dem Kleinanleger oft auch suggeriert, z.B. durch Münzversandhäuser: „Macht doch alle mit und kauft Edelmetalle, die großen machen es ja auch und die wissen ja was sie tun!“ Und es wäre der Schutz vor den alten „Blase“, die z.B. zur Immobilienkrise geführt hat.

Und hier sind wir dann beim zweiten Teil der Nachfrage: Diese ist – sagen wir mal – „unecht“ und ergibt sich aus sich selbst heraus. Steigende Goldpreise während oder kurz nach Krisen wird es wohl immer geben. Das ist dann gleichzeitig Rechtfertigung für Käufer und Verkäufer und es wird wiederum mehr Gold gekauft und verkauft, was wiederum durch steigende Nachfrage weiterhin den Goldpreis erhöht. Wer schon Gold hat, setzt natürlich darauf und rührt daher erst Recht die Werbetrommel und versucht, weitere Kunden zu gewinnen.

6. Warum wird z.B. Gold derart intensiv beworben?

Die wichtigsten Argumente, die mir in der Praxis begegnen, sind ja schon benannt worden.

Außerdem ist es ein „einfaches“ Produkt, Gold ist Gold, man kann es anfassen. Das Verstehen oft komplizierter Zusammenhänge wie oft bei anderen Produkten ist nicht nötig.

Wer Geldanlagen verkauft muss normalerweise einige ganz nüchterne gesetzlich bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

http://blog.versicherung-bautzen.de/hintergrundinformationen/finanzanlagenvermittlung-seit-01-01-2013-erlaubnispflichtig-gut-so.html

Jetzt kann ja jeder einmal raten, ob für Handel/Verkauf von z.B. Gold die dort benannten Voraussetzungen erfüllt werden müssen… 

http://www.vermittlerregister.info/  –> Recherche Finanzanlagenvermittler- und Honorar-Finanzanlagenberater

Nur mal nebenbei: wer Gold, Silber, Platin usw. haben möchte kann mich gern ansprechen. Ich kann es vermitteln, darf aber Anlagenformen vermitteln, die evtl. mehr Sinn machen.

Jede Medaille hat zwei Seiten – auch wenn sie aus Gold ist!

Herzliche Grüße aus Bautzen

Euer/Ihr Marcus Miertschin

Grafik by ©Oliver Böhmer – bluedesign.info

 

 

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