Staatsverschuldung? … bei wem denn eigentlich?

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e3/Bundesadler_Bundesorgane.svg/2000px-Bundesadler_Bundesorgane.svg.pngStaatsverschuldung und Versicherungswirtschaft: warum Ihnen dieser Zusammenhang eigentlich nicht egal sein darf…!

Wir fassen den letzten Beitrag kurz zusammen:

Früher zugesagte, garantierte Zinsen sind beim urkonservativen Vorsorgeprodukt kapitalbildende Lebensversicherung/Rentenversicherung doch nicht sicher, da diese Zinsen verstärkt nicht am Markt realisiert werden können.

Um Schieflagen von Versicherern und damit auch Gefahr für die Versichertengemeinschaft insgesamt zu reduzieren wurden entsprechende Gesetze geändert.

§89 Versicherungsaufsichtsgesetzt als ein Teil der rechtlichen Grundlage für derartige Verträge wurde ja bekanntlich geändert und diese Änderung wurde nicht „an die große Glocke gehangen“. Oder haben Sie es mal in den Nachrichten gehört? Nein? Warum wohl nicht?

Folglich: keine Garantie, auch nicht zu 100% für Altverträge! … obwohl gern so von Versicherungsgesellschaften und deren Vertrieb geäußert!

Fazit: Garantie gekauft, auf Rendite/Wertentwicklung die es an anderer Stelle gibt und damit auf Geld verzichtet (Garantien kosten IMMER Geld), dafür dass im Ergebnis selbst die Garantie doch ausgehebelt werden kann und faktisch nix wert ist

Und nun?

Über den Grad der Verschuldung der BRD oder einen Vergleich zu anderen Staaten will ich hier absichtlich nicht schreiben – vermutlich ist´s an anderen Stellen schlechter.

Aber: Immer, wenn Schulden bestehen, lautet doch die wichtigste Frage: Wer hat bei wem Schulden und weshalb? Jeder Häuslebauer kann relativ zügig sagen wie hoch und bei welcher Bank er Schulden hat.

Und der Staat? Naja, der hat u.a. bei anderen Staaten Schulden. Doch gibt es noch andere Gläubiger: Banken, Bausparkassen und Sie vermuten richtig: Versicherungskonzerne!

Warum ist das so?

Wie beschrieben unterliegen kapitalvernichtende Lebens- und Rentenversicherungen (in der Werbung auch oft kapitalbildend genannt) als konservatives Produkt auch konservativen Anlagevorschriften. Der Urgedanke: wer kann Garantiezinssätze bei Vertragsabschluss über lange Vertragslaufzeiten (30 J., oft länger) dauerhaft sicherstellen? Der Staat in Form von Anleihen.

 

Daher MUSS ein hoher Prozentsatz des Sparanteils/-beitrags in diese vermeintlich sichere Form investiert werden. In der Summe der vielen Verträge, die die Deutschen haben, landen so Milliarden EUR beim Staat über den Zufluss durch Versicherungskonzerne.

 

„Wessen Brot ich ess´, dessen Lied ich sing“                                  …in diesem Fall Versicherungskonzerne

 

Warum es aktuell auch nicht anders sein kann, obwohl die Fakten unwiderlegbar sind, die deutlich gegen Lebensversicherungen sprechen:

1. Vernetzung Wirtschaft und Politik

…Entscheidungsträger der Politik/Bundestagsabgeordnete sind gelegentlich gleichzeitig Entscheidungsträger  im Aufsichtsrat/Vorstand von Versicherungskonzernen

2. Der Vertrieb/Außendienst

… geschätzt ca. 90% der Bevölkerung lassen sich „informieren“ oder „beraten“ von abhängig Beschäftigten (Angestellte bei Versicherungsgesellschaften) oder „selbstständigen“ Handelsvertretern  (sind trotzdem weisungsgebunden, lesen sie mal §84 HGB).

Geld durch Vermittlung/Provisionen zu verdienen ist bei mir auch nicht anders, aber es spricht nix gegen sinnvolle Produkte.

3. Die Verbraucherzentralen

… mit Steuermitteln unterhält der Staat Verbraucherzentralen, die  seit vielen Jahren schon zu Recht davor warnen, derartige Verträge abzuschließen. Dennoch werden täglich fleißig diese Produkte verkauft, obwohl bereits als nicht sinnvoll eingestuft:

  • Kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen
  • Selbige in Form von Riester-Renten
  • Selbige in Form von betrieblicher Altersversorgung/Entgeltumwandlung
  • Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr

Testen Sie doch einfach: Informieren Sie sich doch mal bei den unter 2. genannten zum Thema „sichere Geldanlagen“, vermutlich wird es zu wie unter 3. beschriebenen Empfehlungen kommen, evtl. kommt der Bausparvertrag noch dazu…

Es ergibt sich somit ein Interessenkonflikt: Einerseits Verbraucherschutz vor unsinnigen Produkten, andererseits Geldbeschaffung mittels Lebensversicherungen die in Anleihen/beim Staat  landen, Arbeitsplätze und Provisionen innerhalb der Versicherungswirtschaft.

Man könnte hier halbherzigen Verbraucherschutz unterstellen. Einfacher wären derartige Warnungen offensiv zu verbreiten, z.B. über öffentlich rechtliche Medien. Wegen 1. – 3. wird das nicht gemacht.

Fazit: Die Pflicht des mündigen Bürgers:

– Infos von neutralen Quellen einholen

– Trägheit umgehen: Ja, richtige und wahre Infos einholen ist anstrengender, als sich „berieseln zu lassen“, schützt aber Ihre Finanzen.

Es scheint einfach und Gespräche mit Kunden in der Praxis belegen es: Wir waren schon immer dort versichert… Die Eltern waren auch schon dort…. Ich kenne den Vermittler schon lange… Vertreter/-in wohnt gleich mit im Dorf… Ich erhalte Rabatte, da ich alles dort habe…

Mag sein, ich empfehle aber auf 10% Nachlass bei z.B. der Hausratversicherung zu verzichten und dafür mehrere Tausend EUR Schaden zu umgehen, die oft durch unsinnige Sparverträge entstehen.

– Recherche im Internet, aber „Herstellerseiten“ vermeiden, die dortige Werbung oder Produktempfehlung kennen Sie eigentlich schon, bevor Sie die Seite aufrufen – logisch

KEINE (da steht wirklich KEINE!) Vergleichsrechner für Produkte aus Punkt 3. nutzen

Unvorteilhafte Gesetze, schlechte tatsächliche Wertentwicklung und weitere betreffen ALLE benannten Produkte. Ein Vergleich ist oft Augenwischerei und lässt nur vermuten, ein gutes Produkt gefunden zu haben. In Wirklichkeit hat man oft nur sehr schlechte Produkte von Miserablen abgegrenzt!

„Man vergleicht nicht Pest mit Cholera – beides will keiner haben!“

– Zusammenhänge erkennen und kritisch hinterfragen

Schlechte Produkte verkaufen? Warum denn nicht? Es darf (legales Produkt), will (Geld verdienen) und muss (Thema Umsatzvorgaben) oft gemacht werden.

Bleiben Sie wachsam – Ihre Finanzen werden dankbar sein!

Herzliche Grüße

Ihr/Euer Marcus Miertschin

 

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