Aus der Praxis: Unfallversicherung

  firstsaidunfallversicherungSolange man nur eine Unfallversicherung hat, die glücklicherweise „ungenutzt im Versicherungshefter schlummert“ ist es gut. Nun war es mal wieder anders, daher der Bericht aus der Praxis:

Hintergrund:

Meine Kundin hatte für sich und weitere 4 Haushaltsmitglieder damals…irgendwann… wie so oft…eine Unfallversicherung für den Fall der Fälle gemacht.

2012 kam sie mit der Bitte um Prüfung und neutrale Einschätzung auf mich zu. So wurde es getan und ein in vielerlei Hinsicht besserer Anbieter wurde gewählt.

Die Grundsumme (Ausgangsbasis für jede Invaliditätsleistung aus einer Unfallversicherung) wurde von 42.000 EUR auf  80.000 EUR nahezu verdoppelt und zwar OHNE dass sich dadurch der Beitrag erhöht hätte!

Arm gebrochen – was nun?

Kurz: Schadenmeldung, Prüfung, Abwarten/Heilen, abschließende Beurteilung der verbleibenden Invalidität durch den Hausarzt.

Und nun mal ein Auszug aus der oft ominösen Gliedertaxe (je nach Anbieter Abweichungen möglich): „Bei Verlust oder Funktionsunfähigkeit der nachstehend genannten Körperteile und Sinnesorgane gelten ausschließlich die folgenden Invaliditätsgrade

  • Arm …………………………………………………………… 70 %
  • Arm oberhalb Ellenbogengelenk ……………………..65 %
  • Arm unterhalb Ellenbogengelenk …………………… 60 %
  • Hand …………………………………………………………. 55 %
  • Daumen …………………………………………………….. 20 %
  • Zeigefinger …………………………………………………. 10 %
  • andere Finger ………………………………………………. 5 %
  • Bein über Mitte Oberschenkel ………………………. 70 %
  • Bein bis Mitte Oberschenkel …………………………. 60 %
  • Bein unterhalb Knie …………………………………….. 50 %
  • Bein bis Mitte Unterschenkel ………………………… 45 %
  • Fuß ……………………………………………………………. 40 %
  • große Zehe ………………………………………………….   5 %
  • andere Zehe ………………………………………………… 2 %
  • Auge ………………………………………………………….. 50 %
  • Gehör auf einem Ohr …………………………………… 30 %
  • Geruchssinn ……………………………………………….. 10 %
  • Geschmackssinn ………………………………………….. 5 %“

Heißt konkret:

Arm 70% der Grundsumme

Verbleibende Invalidität des Arms wurde mit 10% begutachtet

Es wären vermutlich durch den alten Anbieter berechnet worden:

Grundsumme 42.000 EUR  x 70% = 29.400 EUR,   davon 10%  = 2.940 EUR

Es wurde durch den neuen Anbieter berechnet und entschädigt:

Grundsumme 80.000 EUR x 70% = 56.000 EUR,   davon 10%  = 5.600 EUR

Fazit:

Es zeigt sich auch hier wieder, wie wichtig die Auswahl einer ausreichend hohen Grundsumme ist. Der Beitrag der hierfür ausgegeben wird nützt bereits ab 1% Invalidität etwas. In diesem Fall – und es ist glücklicherweise ein vergleichsweise geringer bleibender Körperschaden – eine nahezu Verdopplung der Leistung.

„Unfälle kann man nicht ändern – die Entschädigung aus der Unfallversicherung schon!“

und

„Eine Überprüfung seiner Versicherungen vor dem Schadenfall ist immer besser als danach!“

Herzliche Grüße aus Bautzen

Ihr/Euer Marcus Miertschin

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.