Eltern haften für ihre Kinder – Halter haften für ihre Tiere

Manchmal begegnen mir in der Praxis Aussagen von Hunde- oder Pferdehaltern wie: „Der Hund ist lieb“, „Der tut nix und will nur spielen“ usw.

Grundsätzlich unterscheidet Gesetzgeber/BGB innerhalb der Haftung/Haftpflicht zwischen

  • Verschuldenshaftung

So kennen wir es: trifft den Verursacher ein Verschulden haftet die entsprechende Versicherung, also bei einem Auffahrunfall die Kfz-Haftpflichtversicherung, bei einem versehentlich umgestoßenen Weinglas und beschädigtem Teppich die Privathaftpflicht-Versicherung usw., Versicherung leistet also bei Verschulden

  • Gefährdungshaftung

Als „zahme Haustiere“ bezeichnete Tiere (z.B. Katzen) sind innerhalb einer ordentlichen Privathaftpflichtversicherung mitversichert.

Gänzlich anders ist es bei Hunden und Pferden: Hier ist eine separate Police nötig. Denn: Halter haften unabhängig von ihrem Verschulden/Zutun, sondern bereits schon aus dem Verhalten des Tieres!

Läuft ein Hund auf jemanden zu oder das Pferd scheut und es stürzt z.B. ein vorbeifahrender Radfahrer, ist der Halter schadenersatzpflichtig – auch wenn/obwohl kein körperlicher Kontakt (Beißen des Hundes/Tritt des Pferdes usw.) stattgefunden hat!!

Zwar wird vorerst z.B. die medizinische Versorgung von der Krankenkasse übernommen, diese kann aber in Regress gehen und den entstandenen Personenschaden (Behandlungskosten, OP-Kosten usw.) vom Halter zurückfordern. Gleichsam erstattet eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung auch Folgeschäden wie etwa Verdienstausfall des Geschädigten usw. Dieses mitunter hohe Kostenrisiko rechtfertigt eine entsprechende Police. Hier finden Sie den Vergleichsrechner Tierhalterhaftpflichtversicherung.

Weiterhin zu erwähnen ist die positive Eigenschaft, dass generell bei allen Haftpflichtpolicen (Privathaftpflicht, Kfz-Haftpflicht, Tierhalterhaftpflicht, Haus- und Grundbesitzerhaftplicht, Öltank-/Gewässerschadenhaftpflicht…) nicht nur berechtigte Schadenersatzforderungen von der Versicherung beglichen werden, sondern vielmehr auch unberechtigte Ansprüche abgewiesen werden – notfalls auch vor Gericht! Haftpflichtverträge bieten sozusagen einem teilweisen Rechtsschutz. 

Auch bei Versicherungen darf man „Mut zur Lücke“ haben und es muss nicht alles versichert werden. Ist die Lücke zu groß kann es gefährlich und teuer werden.

Bitte bedenken Sie, dass es – ähnlich wie im Unterhaltsrecht – auch beim Thema Haftpflicht Titel gibt. Diese haben 30 Jahre bestand und Sie haften mit derzeitigem und künftigem Einkommen bzw. Vermögen.

Lassen Sie uns gemeinsam um die wirklich wichtigen Policen kümmern. 

Herzliche Grüße aus Bautzen

Ihr Marcus Miertschin

 

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